Zum Inhalt

Barrierefreiheit

Kontext soll für alle nutzbar sein, auch mit Screenreader, nur mit der Tastatur oder mit vergrößerter Schrift. Das Ziel ist WCAG 2.2 Stufe AA, der Kern der europäischen Norm EN 301 549 und damit der BITV 2.0, die für öffentliche Stellen gilt. Bei Ausschreibungen und für Arbeitsplätze von Beschäftigten mit Behinderung (SGB IX § 164) ist das die Messlatte.

Was Kontext dafür tut

  • Screenreader: Jeder Knopf ohne Text hat einen Namen („Antworten“, „Als gelesen markieren“), Symbole daneben sind ausgeblendet. Meldungen wie „Gesendet“ oder Fehler werden vorgelesen (role="status" und role="alert"). Listen, Auswahlfelder und das Empfängerfeld tragen die passenden Rollen; die geöffnete Mail, der gewählte Tag und die gewählte Ansicht sind als aktuell markiert. Die Seite ist in der gewählten Sprache ausgezeichnet (lang).
  • Tastatur: Alles ist mit der Tastatur erreichbar, der Fokus ist immer als Rahmen zu sehen. Der erste Tab-Stopp ist „Zum Inhalt springen“ (sichtbar, sobald er den Fokus hat): an App-Leiste und Seitenleiste vorbei zur Mailliste, zur Kontaktliste oder zum Inhalt der Seite. Dialoge und Menüs halten den Fokus, Escape schließt sie, danach steht er wieder auf dem, was sie geöffnet hat; ein neuer Dialog beginnt im ersten Feld. Der kleine Monat im Kalender ist ein einziger Tab-Stopp: die Pfeiltasten gehen von Tag zu Tag (hoch und runter um eine Woche), Bild auf und Bild ab um einen Monat, Enter zeigt den Tag. Strg+Enter sendet die Mail, die man schreibt. Was sich ziehen lässt, geht auch ohne Maus: Mails über „Verschieben nach …“, Aufgaben über ihre Spalte in der Aufgabe, Termine über Datum und Uhrzeit im Termin, Dateien über „Anhängen“. Dazu kommen Tastaturkürzel wie in Gmail; ? zeigt sie (App, Handy und Konto).
  • Am Handy: Was dort ein langes Drücken öffnet, etwa die Aktionen zu einer Chat-Nachricht, erreicht ein Screenreader über einen eigenen, unsichtbaren Knopf. Vergrößern mit zwei Fingern bleibt möglich.
  • Kontraste: Texte haben mindestens 4,5 : 1 zu ihrem Hintergrund, hell wie dunkel.
  • Weniger Bewegung: Ist in den Systemeinstellungen „Bewegung reduzieren“ an, erscheinen Blätter, Hinweise und Dialoge ohne Animation.
  • Hell und dunkel folgen dem Gerät oder der Wahl unter Einstellungen → Darstellung.

Wie es geprüft wird

Bei jedem Push prüft e2e/accessibility.spec.ts mit axe-core jede Seite (Anmeldung, Mail, Neue Mail, Kalender, Kontakte, Chat, Aufgaben, Einstellungen, Dokumente) hell und dunkel, am Desktop und am Handy, gegen die Regeln von WCAG 2.2 AA. Ein einziger Verstoß macht den Test rot. e2e/keyboard.spec.ts geht die Wege nur mit der Tastatur: zum Inhalt springen, Dialoge auf und zu, der kleine Monat, Senden mit Strg+Enter. Dazu suchen die übrigen End-to-End-Tests Elemente so, wie ein Screenreader sie findet (nach Rolle und Name), und prüfen damit die Beschriftungen nebenbei mit.

Eine Maschine findet aber nur einen Teil der Probleme. Ob eine Beschriftung verständlich ist, die Reihenfolge beim Vorlesen stimmt und ein Ablauf mit Screenreader zu schaffen ist, muss ein Mensch prüfen.

Was noch offen ist

  • Prüfung von Hand: Ein vollständiger Durchgang mit NVDA, VoiceOver und TalkBack steht aus, ebenso ein Test nach BITV-Prüfverfahren durch eine unabhängige Stelle.
  • Mails von außen: Wie barrierefrei eine empfangene HTML-Mail ist, entscheidet ihr Absender.
  • Videocalls: Es gibt noch keine Live-Untertitel.
  • Dokumente: Word, Excel und PowerPoint öffnet Schreibzeug; wie weit dessen Editor mit Screenreader nutzbar ist, steht in seiner eigenen Dokumentation.

Barrierefreiheitserklärung

Öffentliche Stellen müssen für ihre Anwendungen eine Erklärung zur Barrierefreiheit veröffentlichen. Wer Kontext betreibt, kann diese Seite als Grundlage nehmen: Stand der Vereinbarkeit „teilweise vereinbar“, solange die Prüfung von Hand aussteht, mit den offenen Punkten oben als nicht barrierefreie Inhalte.